Archive for July, 2005

geschafft!

Monday, July 25th, 2005

Endlich! Nach fünf Wochen intensiven Lernens und dem abließenden Endspurt von 600 Seiten Physio-Skript in den letzten zwei Tagen befinde ich mich nun auf den letzten Metern der Zielgeraden. Dabei hab ich in den letzten Arbeitsstunden mein Lernverhalten optimiert: aufgeräumtes Zimmer, spartanische Ernährung und permanente, leise Hintergrundbeschallung von Chopin (kleine Kostprobe) erleichtern das Leben ungemein. Nicht zu vergessen: das Belohnungsbier im Kühlschrank. Welche Lerntaktiken habt ihr denn?

Eines langen Tages Reise in die Nacht

Wednesday, July 20th, 2005

Residenztheater München. Dieser Beitrag kommt verspätet, und im Grunde wäre jedes Wort, das über das Stück geschrieben wird, ein Wort zuviel. Nicht, weil es die Inszenierung nicht verdient hätte, das man darüber schreibt, ganz im Gegenteil, sondern, weil man Gefahr läuft, zuviel zu verraten und dem Leser somit den Genuss der Vorstellung zu schmälern.

“Eines langen Tages Reise in die Nacht” wurde um 1940 von Eugene O’Neill ins selbsttherapeutscher Absicht als Portrait seiner eigenen Familie geschrieben. Im Verlauf eines Tages konfrontieren sich die vier Familienangehörigen mit ihrer Vergangenheit, durchleuchten mit Rückblenden, Vorwürfen, Selbstkritik, gegenteiliger Anteilnahme und Zuneigung die Schicksale jeder einzelnen Person und präsentieren sich dadurch als Opfer ihres Selbstbetrugs.

Was vom Thema her wie ein schwerer Theaterabend klingt, entpuppt sich als eine fantastische Inszenierung. Wahrscheinlich sogar die beste, in der ich in dieser Spielzeit war. Die Szenerie beginnt vage. Das Bühnenbild entspricht dem eines Wohnzimmers. Man weiß nicht, was einen erwartet. Während die Handlung nach und nach voranschreitet, verfängt man sich jedoch immer mehr in seinen Bann, erwartet gespannt die nächste Information, das nächste Detail, das die Figuren in ihren Dialogen preisgeben. Jede Einzelheit erscheint wichtig, jedes gesprochene Wort fügt dem Puzzle der Geschichte ein weiteres Stück hinzu. Man ist so vertieft, dass einem das Zeitgefühl völlig abhanden kommt, so dass man letztendlich völlig unerwartet mit dem Vorhang konfrontiert wird. Was bleibt, ist die Erinnerung an eine fantastische Inszenierung und die Erkenntnis, noch nie so kurze dreieinhalb Stunden erlebt zu haben.

MO
“Eines langen Tages Reise in die Nacht” - Residenztheater München

Anschauliche Vorlesungsbeispiele

Monday, July 18th, 2005

In meinem Informatikskript hab ich eben folgende Zeilen entdeckt, die ein Beispiel veranschaulichen sollen. Eigentlich brauch ich dazu nichts mehr zu sagen:

Eingabe: Liste aller Mitarbeiter
Wiederhole jeden Freitag solange die Liste nicht leer ist
  Wiederhole für alle Mitarbeiter
      Falls Mitarbeiter männlich dann
            Belobige den Mitarbeiter
      Sonst
            Tadle den Mitarbeiter
      Ende Falls
...

Rechts-Links-Tour

Monday, July 18th, 2005

Am 31. Juli ist es soweit, dann findet in München die erste offizielle Rechts-Links-Tour statt. Die Regeln dazu sind einfach:

  1. Man legt eine Strecke fest, zum Beispiel von der Münchner Freiheit bis zu mir nach Hause und findet sich am Startpunkt ein.
  2. Dort geht man in die erste Kneipe und bestellt sich was alkoholisches zu trinken und geht danach wieder.
  3. Beim Rausgehen sagt einer der Teilnehmer entweder “rechts” oder “links”. Nun geht man die festgelegte Strecke ab und die nächste Trinkmöglichkeit auf der rechten bzw. linken Straßenseite wird wahrgenommen und man trinkt dort wieder was Alkoholisches.
  4. Dann geht das Spielchen wieder von vorne los.

Veranstaltet wird das Ganze von d-blog und bq und es kann jeder teilnehmen. Anmelden könnt ihr euch bei mir, per e-mail, telefonisch oder per Kommentar auf der Seite. Für Schlafmöglichkeiten ist gesorgt. Näheres zum Thema findet ihr auch unter www.rechtslinkstour.de

Flugtickets

Thursday, July 14th, 2005

Die Flugtickets sind angekommen. Überweist bitte jeder 770,00 EUR rechtzeitig an Panda Reisen.

Empänger: Panda Reisen
Kontonummer: 193330
Bank: Sparkasse Hannover
BLZ : 25050180

Buchungsnummer 019820

Bei Zahlung bitte Buchungsnummer und Name angeben! Eine Quittung könnt ihr von mir haben.

Im Folgenden habt ihr nochmal die Tourdaten:

  • Hinflug 5. August
  • Davide und Peter: Rückflug 2. September
  • Rest: Rückflug 9. September

Die genauen Flugdaten mit allen Inlandsflügen:

Datum Flug-Nr Ab An
05.08.05 CA962 19:00 München (+1) 10:40 Beijing
09.08.05 CA1311 07:45 Beijing 10:25 Guilin
17.08.05 CA4323 10:30 Guilin 12:40 Shanghai Hongqiao
27.08.05 CA922 15:55 Shanghai Pudong 18:00 Beijing
02.09.05 CA961 13:00 Beijing 17:40 München (2x)
09.09.05 CA961 13:00 Beijing 17:40 München (4x)
17.09.05 CA961 13:00 Beijing 17:40 München (1x)

kleine bunte Kügelchen

Wednesday, July 13th, 2005

Es gibt zwei Reizwörter im jungen Leben eines Molekularen Biotechnologen. Wörter, die bei ihrer Nennung kalt den Schweiß aus seinen Poren fließen lassen; Wörter, die, ausgesprochen, sogleich zwei seiner tiefsten Urinstinkte wecken: Angriff oder Flucht. Das erste diese Wörter heißt Schrödingergleichung, das andere, nicht minder stechende, Molekülorbitalmodell. Kurz: MO

Wie die Chemie es will, und das ist eigentlich der verheerende Fakt, hängen beide Begriffe unmittelbar miteinander zusammen. Will man MO wirklich verstehen, muss man die Schrödingergleichung verstehen, was für einen einfachen Menschen wie mich schier ein Ding der Unmöglichkeit ist, denn selbst ausgebildete Quantenphysiker haben mitunter Probleme damit. Glücklicherweise hat Mutter Natur ein kleines Schlupfloch für angehende Biotechnologen geschaffen: denn wenn man sich eine Schnur, und viele kleine bunte Kügelchen und Kegelchen nimmt, dann kann man sich auch damit ebenjenes Molekülorbitalmodell bauen, ganz ohne komplizierte Rechnungen und völlig anschaulich.

“Halt!” wird hier der Physiker schreien, “das ist doch alles falsch und völliger Humbug. MO leitet sich zwangsläufig aus der Schrödingergleichung her”. Aber Physiker sind nun mal doof, denn wer will das Ganze denn schon verstehen? Reicht doch, wenn wir das hinzeichnen und nachplappern können. Wozu gibt es denn die ganzen Physiker, die uns die Vorarbeit leisten? Wir haben schließlich Wichtigeres im Sinn als dumme Gleichungen zu lösen.

MO
antibindendes σ-Molekülorbital von Fluorwasserstoff

Kann jemand mal die Tour abstellen?

Sunday, July 10th, 2005

Zugegeben: Radsport ist prinzipiell uninteressant. Und hätten nicht manch zwei fanatische Velozipedisten mich über Jahre hinweg im Unterricht mit den neusten Radsportnachrichten versorgt, glücklich wär ich jetzt und ganz frei der Versuchung, mit einem, oder gleich mit beiden Augen für lediglich ganz kurze Augenblicke bei Eurosport reinzugucken. In meiner jugendlichen Naivität damals, ließ ich mich verleiten. Ich wurde mitgezogen, war stolz, dabei zu sein, konnte mitreden und schlaue Fragen stellen und blieb fatalerweise in diesem Sumpf aus Enthusiasmus und Verlangen hängen. Heute verdamme ich meine Neugier. Denn selbst wenn alle Radfahrer gedopt sind, selbst wenn der Radsport eine Farce ist, selbst wenn man lange Stunden vor dem Fernseher verbringt, ohne dass etwas passiert: man bleibt sitzen. Man stiert auf das flimmernde Bild des alten Nokia-Fernsehers und wartet auf den einen Angriff, die Sekunde der entscheidenden Attacke von Ullrich, von Basso, von Vinokurov oder vom Boss persönlich, die die Etappe, vielleicht sogar die Tour zu entscheiden vermag. Zumeist vergeblich. Doch man hofft.

Am Ende bleibt einem stets die Erkenntnis, dass man wichtige Stunden im Wettlauf auf die nächste Klausur verloren hat. Und nichts ist passiert. Auch nicht heute.

Übrigens: Ullrich hat sich, standesgemäß, wieder einmal in die Büsche gefahren. Nachdem es bei den letzten Malen lediglich den Asphalt getroffen hat, stattete er heute in einer Abfahrtskurve wieder mal dem Grün einen Besuch ab. Aber auch wenn Ullrich früher schon regelmäßig vom Rad gefallen ist, zweimal in neun Tagen sind doch ein wenig übertrieben. - Lance wird’s freuen.

Warten auf Ullrich
Warten auf Ullrich

Reisevorbereitungen

Saturday, July 9th, 2005

Für die Chinareise hab ich eine kleine Checkliste erstellt:

  • Visa beantragen
  • Schutzimpfungen
  • Internationaler Studentenausweis
  • Jugendherbergsausweis
  • Reisekrankenversicherung

Sylvia? Wer ist Sylvia?

Saturday, July 9th, 2005

Kann man heutzutage noch die perfekte Ehe führen? Martin und Stevie Gray in Edward Albees neustem Stück tun dies. (Nein, Edward Albee ist noch am Leben, dachte auch dass er tot ist, wie es auch alle anderen getan haben, sogar der Dramaturg dachte das). Sie: eine hochkarätige, gutaussehende Frau; er: ein preisgekrönter Stararchitekt. Scheinbar scheint nichts ihr Glück trüben zu können - bis auf Sylvia. Mit Sylvia, so vertraut Martin Gray seinem besten Freund Ross an, hat er seit einem halben Jahr eine Affäre. Nichts außergewöhnliches, denkt der Zuschauer, wäre Sylvia in Wirklichkeit nicht eine Ziege.

Das Stück besticht von Anfang an durch seine Schauspieler. Man wird in deren Bann gezogen wie ein kleines Kind vom Sandmännchen. Als ob man in einer Zeitblase sitzt, schwebt das ganze Drama um das amouröse Verhältnis mit viel Witz und Absurdität, aber auch teilweise Befremden (an Stellen, an denen das physische Verhältnis zu Sylvia genau beschrieben wird), an einem vorüber und man wundert sich am Ende der Aufführung, wo die Zeit geblieben ist. Es ist eine Mischung aus Lachen und Ekel, mit dem man am Ende der Vorstellung das Volkstheater verlässt, und die offene Frage: “Was bewegt einen 75-jährigen Mann, so ein Stück zu schreiben?”

Sylvia
Foto: Mathias Baus

saugen? - dann aber richtig!

Friday, July 8th, 2005

Gestern ist es mir wieder passiert: Ich lange mit meiner rechten Hand in mein Regal um etwas rauszuholen, als sich ein gläserner Kerzenständer in meinem Ärmel verfing, vom Brett taumelte, um schließlich auf meinem Parkettboden in tausend Teile zu zersplittern. In früheren Zeiten hätte man zu einem Besen gegriffen um die angerichtete Tragödie zu beseitigen, heute ist alles einfacher. Man nimmt einen Staubsauger und lässt alles über ein Metallrohr in einen kleinen Beutel verschwinden, den man nur hin und wieder (bei manchen nur einmal im Jahr) ausleeren muss.

Das 1908 von James Murray Spangler patentierte Gerät eroberte nicht umsonst Milliarden von Haushalten und spielte sich mühelos in die Herzen seiner zunächst weiblichen Fans. Mit Beginn der Emanzipation wurde das unglaubliche Potential des Staubsaugers auch von Männern erkannt und führte zu einer neuen Blüte des technologischen und gesellschaftlichen Erfindergeistes. Was jedoch kaum jemand bemerkte, ist die diabolisch verheerende Schattenseite dieses elektronischen Reinigungsutensils, das erst in den ‘70er Jahren genauer erforscht wurde und 1978 in Form einer Doktorarbeit mit dem Titel “Penisverletzungen bei Masturbation mit Staubsauger” an der TU München eingereicht wurde. Der Verfasser dieses Werkes will übrigens in der Öffentlichkeit nicht genannt werden, da er noch aktiv als Urologe praktiziert.

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