Archive for June, 2006

11 Freunde sollt ihr sein

Tuesday, June 27th, 2006

Wer in den letzten Tagen verheißungsvoll auf einen Bericht über ein aktuelles Sportereignis wartete, der sah sich eventuell ein wenig enttäuscht, angesichts dieser gähnenden Leere; und in der Tat ist es auch ein wenig unhöflich von mir, dieses omnipräsente Thema nonchalant zu ignorieren, da es den Tagesablauf eines jeden doch nicht ganz spurlos passiert.

Aber seien wir ehrlich: hätte wirklich ein weiteres Foto, eine weitere Erlebnisgeschichte, ein weiterer Fachkommentar oder ein weiterer Ergebnistipp diesem Land (oder Dir, werter Leser) ein Stück mehr schwarz-rot-goldener Freude geben können? Könnte ich mit meinen bescheidenen Mittel, die Bilderflut der großen Tageszeitungen überbieten? Wäre ein kurzer Eintrag mehr als eine spurlose Welle in der Sturmflut der Weblog-Berichterstattung?

Deswegen werde ich hier weiterhin der konsequenten Kapitulation frönen, und, sollte ich mit meiner Überschrift schon die Hoffnung auf ein Aufbegehren geschürt zu haben, so tut es mir in keinster Weise leid, denn genau das wollte ich bewirken.

Klar, es geht hier dennoch um Fußball, doch während die Welt auf die Stätten deutscher Gastfreundschaft blickt, fand abseits der großen Bühnen, versteckt hinter Bretterzäunen, eine andere Begegnung dieser Weltdisziplin statt. Gestern, um 18:30 traf sich der FC Torpedo Siegertsbrunn und der FC SchwarzGelb zu einem Freundschaftsspiel in Mittersendling. Das besondere daran: mit der Trikotnummer 13 lief auf Seiten vom FS Torpedo Siegertsbrunn ein Spieler auf, der seit nun vier Jahren kein Spiel mehr auf ein großes Spielfeld bestritten hat: meine Wenigkeit.

Nach einer gewissen Eingewöhnungsphase, in der ich erstmal herausfinden musste, wie groß, beziehungsweise wie klein das Spielfeld wirklich ist, und wie lange man von einem Strafraum zum anderen brauchte, fügte ich mich doch recht gut ins laufende Spiel ein, hatte zwei Torchancen - köpfte einmal am Pfosten vorbei und scheiterte einmal mit einem Flachschuss am gegnerischen Torwart - und legte mit einer präzis geratenen, aber höher angedachten Flanke von der Strafraumgrenze das 3:2 für uns vor.

Am Ende ging das Spiel 4:4 aus. Natürlich waren wir die bessere Mannschaft und natürlich hatte es der Schiri irgendwie vergeigt. Die Platzverhältnisse und die tiefstehende Sonne haben wie immer dem Gegner geholfen und moralisch sind sowieso wir die Sieger. Jedenfalls bleibt am Ende die Erkenntnis, dass Fußball spielen immer noch, zumindest in den meisten Fällen, dem Fußball schauen vorzuziehen ist, und dass ich mir immer noch meine Kraft in der ersten Halbzeit besser einteilen muss.