Archive for September, 2008

Die Ouvertüre ist um, das Spiel beginnt.

Sunday, September 14th, 2008

Nachdem ich einige turbulente Tage hinter mir hab, komme ich endlich wieder dazu was zu schreiben. Zuerst das Wichtigste: Ich hab nun eine Wohnung! Und seit ca 3 Stunden auch endlich Internet. Gerne würd ich euch Fotos von hier zeigen, allerdings hüllen die von meinem weiblichen Vormieter installierten pink-/bordeauxfabenen Vorhänge den ganzen Raum in ein Licht, das nah Richtung Augenkrebs geht. Wenn die erstmal weg sind, kriegt ihr meine neue Bleibe auch zu sehn. Insgesamt ist die Wohnung kleiner, aber auch sauberer als erhofft; und da man nur eine Busstation zur Uni fahren muss, ist sie auch sehr praktisch gelegen.

Freitag war die Immatrikulation, und so wie ich es überblicken konnte, sind ca 90% aller meiner Komillitonen chinesischer, japanischer oder koreanischer Abstammung. Allerdings ist meine Beobachtung womöglich gebiased, da europäische und amerikanische Studenten wohl kaum um 8 Uhr zur Immatrikulation kommen, wenn man den ganzen Tag bis 17 Uhr Zeit hat. Das Foto unten ist gestern in der Verbotenen Stadt entstanden. Die abgebildeten Personen haben die koreanische, japanische, dänische und kanadische Staatsbürgerschaft. Kommt ihr drauf wer wer ist?

Morgen ist der Placement Test, dessen Resultat darüber entscheidet, in welche Klassen man kommt. Da er schon um 7:45 beginnt, werd ich auch bald ins Bett gehn. Schließlich will man ja nicht total übernächtigt und womöglich noch verkatert zur ersten Leistungsüberprüfung erscheinen.

Bild

Eine kleine Abhandlung zum Thema Kaffee

Monday, September 8th, 2008

Zwei Tage Kaffeeentzug hab ich nun hinter mir. Dass ich diese zwei Tage so problemlos überstehen würde, hätte ich vorher nicht für möglich gehalten. Nichtsdestotrotz sitze ich gerade in einem Starbucks, schlürfe an meinem zweiten Café americano - der so schmeckt wie er heißt - und lasse meine Kaffeeerlebnisse revue passieren. (Übrigens bin ich grad glücklich, dass ich grad zwei Wörter mit drei gleichen aufeinanderfolgenden Vokalen entdeckt hab)

Die erste Überraschung: Kaffee gibt es in Peking mittlerweile mehr als man denkt. Zwar gibt es noch nicht an jeder Straßenecke ein Café, allerdings findet man in belebten Zonen, und manchmal auch in unbelebten, ein Geschäft in dem man sich hinsetzen, im WLAN surfen, und einen mehr oder weniger leckeren Trunk zu sich nehmen kann.

Die westliche Hemisphäre lässt sich im Allgemeinen in zwei Kaffeezonen teilen. Auf der einen Seite die angelsächsische, in der sich die Tasse Kaffee nur mit viel Milch und einer halbtoxischen Dosis Zucker ertragen lässt, und in jener Starbucks als wahrer Erlöser sowie eine günstige und genießbare Alternative wahrgenommen werden kann; auf der anderen Seite die kontinentaleuropäische, die durch ihre vielfältige Kaffeekultur gekennzeichnet ist, in derem Schatten eine Tasse Starbucks nicht nur überteuert, sondern auch von minderer Qualität erscheint.

Beim Versuch, die Pekinger Kaffeezone in Richtung eines dieser beiden Hemisphären zu rücken, kommt die zweite Überraschung. Es scheint, als ob man hier der kontinentaleuropäischen wesentlich näher steht als der angelsächsischen. Zwar ist nicht alles Gold was glänzt, doch breiten sich neben unzähligen Starbucks-Läden auch die Lavazzas, Illys und wie sie nicht alle heißen aus. In letzteren schmeckt der Kaffee nicht nur wie Europa, er ist auch meistens günstiger als die amerikanische Brühe. Allein, dass es noch nicht so viele von denen gibt, trübt die freudige Überraschung ein wenig. Aber Peking ist eine schnellliebige Stadt und die Hoffnung bleibt, dass deren Verbreitung rasch voranschreitet.

Phantomflächen und ein offenbarendes Klo

Saturday, September 6th, 2008

Wohnungssuche in Peking ist gar kein leichtes unterfangen. Vor allem, wenn man Münchener Standards gewöhnt ist. Der Wohnungsmarkt ist schier unübersehbar, Internetseiten enthalten über Zimmer- und Quadradtmeterzahlen hinaus nur seltenst brauchbare Informationen über die Objekte. Fotos gibt’s gar nicht erst. Da muss man schon eine ganze Reihe an Wohnungen selber besichtigen, wobei man einige Überraschungen erleben kann.

Das erste was auffällt ist, dass Pekinger Wohnungen einen großen Qualitätsunterschied zu deutschen Wohnungen aufweisen. Bei manchen Bauwerken ist man nicht ganz sicher, ob diese einem Erdbeben der Stärke 4 überstehen würden. Häuser, die teilweise in den 90er Jahren errichtet wurden, sind in einem Zustand, dass die in Deutschland schon vor Jahren abgerissen worden wären. Auch mit der Sauberkeit in den Fluren, Treppenhäuser und innerhalb der Wohnungen ist es bei Mietwohnungen nicht weit her. Der Chinese denkt hier: ist nicht meins, also warum soll ich es denn so ordentlich pflegen?

Ebenfalls anders zu Deutschland ist, dass bei der Quadratmeterzahl hier stets die Konstruktionsfläche statt der Wohnfläche angegeben wird, so dass die Wohnungen hier auf dem Papier um die zehn Quadratmeter größer ausfallen. Man steht dann plötzlich in einem Appartment, das 46 Quadratmeter groß sein soll, und wundert sich, dass es kleiner ist als die 38 qm große Münchener Wohnung.

Auf das größte Kuriosum der gestrigen Besichtigungstour traf ich in einem Neubauappartment. Dort hatte jemand sein Bad und seine Dusche mit gläsernen Wänden ausgestattet. Man kann dann während man im Klo sitzt auf den Wohnzimmerfernseher schaun und hat Ausblick auf fast die gesamte Wohnung. Natürlich existiert der Einblick auch in der entgegengesetzten Richtung.

Passt mit euren E-mails auf

Friday, September 5th, 2008

Gestern ist ein Problem mit meinem E-Mail-Postfach aufgetreten. Ich konnte meine Mails einwandfrei mit meinem Mailclient senden, nur wenn ich diese abrufen wollte, wurde der Download zwar gestartet, sogleich wird jedoch die Verbindung zum Server jäh unterbrochen, so dass keine einzige Nachricht runtergeladen wird. Das Merkwürdige war: im Webbrowser konnte ich meine Mails problemlos lesen.

Nach etwas Experimentieren fand ich heraus, dass wenn ich die eine vermeintliche Bösewichts-E-Mail identifiziert und aus meinem Download-Ordner entfernt hatte, sich alle restlichen E-Mails wieder ganz normal runterladen lassen. Der Verdacht tut mir auf, dass es hier einen regimefreundlichen Filter gibt, der sofort die Verbindung trennt, wenn man unzügliche Nachrichten runterlädt. Also passt auf, dass ihr mir keine unanständigen Worte schreibt!

Bild

Edit: Das Netz hat wohl ein Problem mit E-Mails mit vielen Adressaten

In China essen sie Schweine…

Thursday, September 4th, 2008

…und zwar fast vollständig. Ich hatte euch ja von dem Innereientopf erzählt, das ich so gerne esse. Zugegeben, es klingt nicht besonders lecker und es schaut auch nicht besonders aus, aber es schmeckt einfach fantastisch! Hier findet ihr ein Foto.

Jetzt gibt’s aber auch ne kleine Quizfrage an euch: welche zwei Schweineinnereien lassen sich in diesem Eintopf neben Tofu finden?

Bild

Zum Frühstück gibt’s ne Identität

Wednesday, September 3rd, 2008

Meldung beim Einwohnermeldeamt, Eröffnung eines Bankkontos. Jetzt gibt es mich auch offiziell. Fehlt nur noch eine Wohnung und ein mobiler Untersatz.

ps: ach ja, Kaffee gibt es übrigens in Peking - sogar richtig guten. Aber leider auf der anderen Seite der Stadt.

Wo gibt’s hier n Starbucks?

Tuesday, September 2nd, 2008

Der Biorhythmus spielt verrückt. Statt - wie es sich für einen mitteleuropäischen Jetlag gehört - nicht vor 15 Uhr aus dem Bett zu kommen, bin ich heut schon um 6:30 meinen Träumen entwichen. An der Müdigkeit, natürlich, ändert sich nichts. Wie gut, dass ich meinen Kaffeekocher mitgenommen habe…

Ich brauch Kaffee!!!

Bild

Auch in Peking ist der Himmel blau

Monday, September 1st, 2008

Ankunft. Nach zehnstündigem Flug und einer Stunde Verspätung bin ich sicher am Pekinger Flughafen angekommen. Noch eine Stunde Bus und Taxi fahren, und schon war ich bei meiner Oma angekommen, wo ich die ersten Tage unterkomme. Das Tolle hier ist: in Peking ist noch Sommer. Angenehme 29 °C und strahlend blauer Himmel (ja, das gibt es in Peking!) machen Lust auf die nächsten Tage.

Peking